Ohne Sonnenschein… Gedicht von Murat Kayali

Veröffentlicht auf von Kahveci








Ohne Sonnenschein…

 

 

Denkbar sich von seiner Vergangenheit zu befreien - diese zu vergessen.

Ähnlich wie das Entschwinden, der verschwommenen Gesichter von Kindern,

die versuchen nach Regentropfen zu greifen.

Während die Farbe an den Fenstern, der herrenlosen Schlösser abblättert.


Wenn es Dir gelingt an genau so einem regnerischen Tag

Deine Seele zu reinigen-

Bewältigst Du dies auch ohne Sonnenschein.


Möglicherweise erwärmen sich deine Hände,

während Dich aus dem Backofen der Geruch des Gebäcks und Tees erreicht.

Und plötzlich bemerkst Du das Aufkeimen von Freude in Dir.


Wenn es Dir gelingt an genau so einem regnerischen Tag

Deine Seele zu reinigen-

Bewältigst Du dies auch ohne Sonnenschein.


Die Anerkennung aller Abschiede,

gleichsam wie die Anerkennung des Rosts an Deinem Gartenzaun,

ermöglicht Deinem Kummer zu vergehen.

Und das Gefühl eines lodernden Feuers in Deiner Seele,

entpuppt sich als die Glut eines Streichholzes.


Wenn es Dir gelingt an genau so einem regnerischen Tag

Deine Seele zu reinigen-

Bewältigst Du dies auch ohne Sonnenschein.


Denkbar sich von seiner Trauer zu lösen,

während der Regen auf die Blumen fällt,

richtest Du Deinen Blick hoch zum Himmel

und entdeckst dich hier unten auf Blumen gebettet.

Und völlig unerwartet erfüllt Dich - ein Gefühl von Dankbarkeit.


Wenn es Dir gelingt an genau so einem regnerischen Tag

Deine Seele zu reinigen-

Bewältigst Du dies auch ohne Sonnenschein.



Murat Kayali


* (Übersetzung: Deniz Picakci)


Veröffentlicht in Literatur Cafe

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